Der weit verbreitete Irrtum: Kinder dürfen nicht automatisch entscheiden
Viele glauben, als nächste Angehörige seien sie ohnehin vertretungsberechtigt. Das stimmt nicht — und das merkt man erst, wenn es zu spät ist.
4 Min. LesezeitPESA HaushaltshilfeStand 5. November 2026
Erwachsene Kinder sind nicht automatisch berechtigt, für ihre Eltern zu entscheiden. Weder bei der Bank, noch beim Arzt, noch gegenüber der Pflegekasse. Ohne Vollmacht muss im Ernstfall das Betreuungsgericht eine rechtliche Betreuung einrichten — das dauert und ist für alle Beteiligten belastend.
Die drei Dokumente
Vorsorgevollmacht — die wichtigste. Bevollmächtigt eine Person Ihres Vertrauens, in allen oder bestimmten Bereichen zu handeln. Verhindert die gerichtliche Betreuung.
Betreuungsverfügung — greift, wenn es keine Vollmacht gibt: Sie bestimmen, wen das Gericht als Betreuer bestellen soll.
Seit 2023 gibt es eine Ausnahme — aber eine kleine
Ehepartner dürfen sich in Gesundheitsangelegenheiten gegenseitig vertreten, begrenzt auf sechs Monate nach dem Eintritt der Notlage. Für Kinder gilt das nicht, und für Bank- und Vertragsangelegenheiten gilt es auch nicht.
Wo man das bekommt
Formulare gibt es kostenlos beim Bundesministerium der Justiz und bei den Betreuungsvereinen. Für die Vorsorgevollmacht ist eine notarielle Beurkundung nicht zwingend — bei Immobilien und Bankgeschäften aber dringend zu empfehlen. Eine Registrierung im Zentralen Vorsorgeregister sorgt dafür, dass das Gericht die Vollmacht im Ernstfall auch findet.
Keine Rechtsberatung. Betreuungsvereine und die Betreuungsstelle beim Landratsamt beraten kostenlos.
Pflegereform 2027: Bitte beachten
Alle Beträge und Fristen auf dieser Seite gelten für 2026. Der Bundestag berät derzeit das Pflegeneuordnungsgesetz, das zum 1. Januar 2027 vieles ändern soll — beschlossen ist noch nichts. Was geplant ist, haben wir verständlich zusammengefasst.