Der Termin mit dem Medizinischen Dienst — worauf es wirklich ankommt
Ein Gutachter kommt für etwa eine Stunde ins Haus und entscheidet damit über Jahre. Die meisten bereiten sich falsch vor.
5 Min. LesezeitPESA HaushaltshilfeStand 5. November 2026
Nach dem Antrag auf einen Pflegegrad kommt ein Gutachter des Medizinischen Dienstes (bei privat Versicherten: Medicproof) ins Haus. Bewertet wird nach dem Neuen Begutachtungsassessment in sechs Bereichen.
Die sechs Module
Mobilität — Aufstehen, Gehen, Treppen
Kognitive und kommunikative Fähigkeiten — Orientierung, Erinnern, Verstehen
Umgang mit Krankheit und Therapie — Medikamente, Arztbesuche
Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
Der häufigste Fehler
Sich zusammenreißen. Viele ältere Menschen wollen vor dem Gutachter nicht schwach wirken und schaffen an diesem einen Vormittag Dinge, die sonst nicht mehr gehen. Das kostet einen halben Pflegegrad. Es geht nicht um den besten Tag, sondern um den normalen.
Was hilft
Eine Angehörige oder ein Angehöriger sollte dabei sein — und darf ergänzen.
Ein Pflegetagebuch über ein bis zwei Wochen: was gelingt, was nicht, wo wird geholfen. Das ist die beste Vorbereitung überhaupt.
Alle Arztbriefe, Medikamentenpläne und Hilfsmittel bereitlegen.
Nicht aufräumen für den Termin. Der Gutachter soll den Alltag sehen.
Gegen den Bescheid kann innerhalb eines Monats Widerspruch eingelegt werden. Das lohnt sich häufiger, als man denkt.
Pflegereform 2027: Bitte beachten
Alle Beträge und Fristen auf dieser Seite gelten für 2026. Der Bundestag berät derzeit das Pflegeneuordnungsgesetz, das zum 1. Januar 2027 vieles ändern soll — beschlossen ist noch nichts. Was geplant ist, haben wir verständlich zusammengefasst.